WordPress manuell zu installieren ist einfacher als du denkst und gibt dir von Anfang an die volle Kontrolle. In wenigen, klaren Schritten hast du eine saubere Installation, ohne vorinstallierte Plugins, modifizierte Backends oder Komponenten, deren Funktion du nicht kennst.
Du installierst nur das, was du wirklich brauchst, schaffst eine saubere Grundlage und verstehst, was du tust. In dieser Schritt für Schritt Anleitung zeige ich dir, wie das funktioniert.
1. Die zwei Möglichkeiten: 1-Click vs. manuelle Installation
Wenn du WordPress installieren willst, stehen dir zwei grundlegende Wege zur Verfügung. Beide führen zu einer funktionierenden WordPress-Installation, aber sie unterscheiden sich fundamental in Kontrolle, Transparenz und langfristiger Wartbarkeit.
1. 1-Click-Installation
Die meisten Hoster bieten eine automatisierte Installation über ihr Backend an. Du klickst auf einen Button, gibst ein paar grundlegende Informationen ein, und nach wenigen Minuten läuft deine WordPress-Installation. Lass uns dazu mal kurz auf die Vor- und Nachteile schauen.
Vorteile:
Nachteile:
Meine Meinung
Ich würde grundsätzlich auf die 1-Click-Installation verzichten. Wenn du später zu einem besseren Hoster umziehen möchtest, kann es aufgrund der 1-Click-Installation zu Problemen kommen.
2. Manuelle WordPress Installation
Bei der manuellen Installation lädst du die WordPress-Dateien selbst herunter, erstellst die Datenbank, richtest FTP ein und führst jeden Schritt bewusst aus. Dabei lernst du schon früh den Umgang mit FTP und der Datenbank kennen. Dieses Wissen ist goldwert, wenn deine Website mal einen Maintenance Fehler anzeigt oder einen White Screen of Death. Aber lass uns ein paar weitere Vorteile anschauen.
Vorteile:
Nachteile:
Die Entscheidung zwischen beiden Wegen ist letztlich eine Frage deiner Prioritäten: Willst du schnell starten und akzeptierst dafür weniger Kontrolle? Oder investierst du Zeit am Anfang, um langfristig mehr Souveränität über deine digitale Infrastruktur zu gewinnen?
2. Schritt-für-Schritt-Anleitung: WordPress manuell installieren
Die manuelle Installation folgt einer klaren Sequenz. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf. Wenn du diese Reihenfolge einhältst, vermeidest du die häufigsten Fehlerquellen.
1. Hosting und Domain buchen
Bevor du WordPress installieren kannst, brauchst du zwei grundlegende Komponenten: einen Webhoster und eine Domain.
Der Webhoster stellt dir Serverplatz zur Verfügung, auf dem deine WordPress-Installation läuft.
Achte darauf, dass dein Hoster die technischen Mindestanforderungen erfüllt: PHP 7.4 oder höher und MySQL 5.7 (oder MariaDB 10.2) oder höher. Der Hoster macht das in der Regel automatisch, du als Kunde musst dich darum nicht kümmern.
Die Domain ist die Adresse, unter der deine Website erreichbar ist. Du kannst eine Domain direkt bei deinem Hoster oder bei einem separaten Domain-Anbieter registrieren. Viele Hoster bieten Pakete an, die Hosting und Domain kombinieren. Das vereinfacht die Verwaltung, da beide Komponenten im gleichen Backend verwaltet werden.
Meine Empfehlung wenn es um einen guten Webhoster geht: webgo.de (Affiliate-Link) Nutze beim Bestellvorgang den Code BRSSMS und spare 10 Euro.
Was du über Hosting wissen solltest
Shared Hosting reicht für die meisten Einsteiger-Websites aus. Du teilst dir den Server mit anderen Websites, was die Kosten niedrig hält. Empfehlenswerte Hoster sind All-Inkl oder Webgo
2. Datenbank erstellen
WordPress speichert alle deine Inhalte in einer MySQL- oder MariaDB-Datenbank. Deine Artikel, Seiten, Kommentare, Einstellungen, alles liegt dort.
Ohne Datenbank kann WordPress nicht funktionieren.
Logge dich ins Backend deines Hosters ein und suche nach dem Bereich „Datenbanken“, „MySQL-Verwaltung“ oder „Datenbankmanagement“. Die genaue Bezeichnung variiert je nach Hoster.
Erstelle eine neue Datenbank. Du musst meist nur einen Namen vergeben. Der Hoster generiert automatisch einen Benutzernamen und ein Passwort. Bei manchen Hostern sind Datenbankname und Benutzername identisch.
Notiere dir folgende Zugangsdaten:
Was du über die Datenbank wissen solltest
Die Datenbank ist das Herzstück deiner Website. Wenn du später Backups machst, sicherst du nicht nur deine WordPress-Dateien, sondern auch die Datenbank. Beide zusammen bilden deine vollständige Website. Ohne Datenbank-Backup verlierst du bei einem Server-Ausfall alle deine Inhalte.
3. FTP-Account erstellen
FTP (File Transfer Protocol) ermöglicht dir den direkten Zugriff auf die Dateien deines Servers. Das ist nicht nur für den Upload der WordPress-Dateien notwendig, sondern auch deine Notfalltür, wenn das WordPress-Backend nicht mehr erreichbar ist.
Die meisten Hoster erstellen automatisch einen FTP-Zugang, wenn du ein Hosting-Paket buchst. Du findest die Zugangsdaten im Backend deines Hosters, meist unter „FTP-Zugang“, „Dateiverwaltung“ oder ähnlichen Bezeichnungen.
Falls kein automatischer FTP-Zugang existiert, kannst du ihn manuell anlegen. Du brauchst:
Ich empfehle dir FileZilla, das ist ein kostenloses FTP-Programm, das auf allen Betriebssystemen funktioniert. Achte darauf, es nur von vertrauenswürdigen Quellen herunterzuladen, da einige Download-Portale Adware einbinden.
Öffne FileZilla und gib deine FTP-Zugangsdaten ein. Wenn die Verbindung funktioniert, siehst du auf der linken Seite deinen Computer, auf der rechten Seite deinen Server.
Was du über den FTP Zugang wissen solltest
Wenn ein Plugin bei einem Update einen Fehler versursacht, zeigt deine Website nur noch eine weiße Seite. Mit dem FTP-Zugang kannst du trotzdem auf deinen Server zugreifen und den Ordner des problematischen Plugins umbenennen und so deaktivieren. WordPress kann das Plugin dann nicht mehr finden und deine Website ist wieder erreichbar.
4. SSL-Zertifikat mit Domain verbinden
SSL-Zertifikate verschlüsseln die Verbindung zwischen deiner Website und den Besuchern. Ohne SSL läuft deine Website über HTTP, mit SSL über HTTPS. Moderne Browser markieren Websites ohne SSL als „nicht sicher“. ‚
Wichtig: Richte SSL ein, bevor du WordPress installierst. Wenn du WordPress ohne SSL installierst, speichert das System alle URLs mit HTTP in der Datenbank. Bei nachträglicher SSL-Aktivierung musst du sämtliche Tabellen in der Datenbank anpassen. Das funktioniert zwar oft automatisch über Plugins, kann aber Fehler verursachen. Im schlimmsten Fall ist deine Website nach der Umstellung nicht mehr erreichbar.
Die meisten Hoster bieten kostenlose SSL-Zertifikate über Let’s Encrypt an. Du findest die Option im Backend deines Hosters, meist unter „SSL/TLS“, „Sicherheit“ oder direkt bei den Domain-Einstellungen.
Aktiviere das SSL-Zertifikat für deine Domain. Stelle außerdem sicher, dass du „SSL erzwingen“ oder „HTTPS erzwingen“ aktivierst. Das leitet alle HTTP-Aufrufe automatisch auf HTTPS um.
Die Aktivierung kann einige Minuten bis zu einer Stunde dauern. Warte, bis das Zertifikat aktiv ist, bevor du mit der WordPress-Installation fortfährst.
5. WordPress herunterladen
Gehe zu wordpress.org/download und lade die aktuelle WordPress-Version herunter. Du erhältst eine ZIP-Datei mit allen Installationsdateien.
Entpacke die ZIP-Datei auf deinem Computer. Du siehst einen Ordner namens „wordpress“ mit mehreren Unterordnern und Dateien. Das sind alle Komponenten, die WordPress zum Funktionieren braucht.
Öffne den Ordner. Du siehst Ordner wie „wp-admin“, „wp-content“ und „wp-includes“ sowie einzelne Dateien wie „wp-config-sample.php“ und „index.php“.
Lade WordPress nur von wordpress.org herunter, niemals von Drittseiten. Manipulierte WordPress-Versionen können Malware, Backdoors oder versteckte Links enthalten. Die offizielle Quelle garantiert dir eine saubere, sichere Installation.
6. WordPress hochladen
Öffne FileZilla und verbinde dich mit deinem Server. Nutze die FTP-Zugangsdaten aus Schritt 3.
Navigiere auf dem Server zum Verzeichnis, in dem deine Website liegen soll. Das ist oft ein Ordner mit dem Namen deiner Domain oder ein Ordner namens „public_html“, „htdocs“ oder „www“. Wenn du unsicher bist, kontaktiere deinen Hoster.
Markiere alle Dateien aus dem entpackten WordPress-Ordner auf deinem Computer. Ziehe sie per Drag-and-Drop auf die rechte Seite in dein Server-Verzeichnis. FileZilla lädt alle Dateien hoch. Das dauert je nach Internetverbindung einige Minuten.
Warte, bis alle Dateien übertragen wurden. FileZilla zeigt dir den Fortschritt in der unteren Leiste an.
Ein Vorteil von FTP gegenüber vielen Web-FTP-Oberflächen: Du kannst hunderte Dateien gleichzeitig hochladen. FileZilla verarbeitet sie automatisch in einer Warteschlange. Bei Web-FTP müsstest du oft Ordner einzeln hochladen oder bist durch Upload-Limits eingeschränkt.
7. Installation durchführen
Öffne deinen Browser und rufe deine Domain auf (z.B. https://deine-domain.de). WordPress erkennt, dass noch keine Installation existiert, und startet automatisch den Installationsassistenten.
WordPress fragt nach deinen Datenbankzugangsdaten. Gib sie genau so ein, wie du sie in Schritt 2 notiert hast:
WordPress testet die Verbindung zur Datenbank. Wenn alles korrekt ist, kannst du fortfahren. Wenn nicht, überprüfe deine Eingaben. Ein einzelnes falsches Zeichen reicht, um die Verbindung zu blockieren.
Gib nun die grundlegenden Informationen für deine Website ein:
WordPress fragt, ob Suchmaschinen deine Website indexieren dürfen. Wenn du noch in der Entwicklungsphase bist, deaktiviere diese Option. Du kannst sie später im Backend unter „Einstellungen → Lesen“ wieder aktivieren.
Klicke auf „WordPress installieren“. Das System richtet die Datenbankstruktur ein, erstellt die notwendigen Tabellen und konfiguriert die Grundeinstellungen.
Nach wenigen Sekunden ist deine Installation abgeschlossen. Du kannst dich ins Backend einloggen und mit dem Aufbau deiner Website beginnen.
Bitte Beachte:
Verwende niemals „admin“ oder „administrator“ als Benutzernamen. Das ist einer der häufigsten Benutzernamen und macht es Angreifern leichter, sich Zugang zu verschaffen. Wähle einen eindeutigen Benutzernamen und ein Passwort mit mindestens 12 Zeichen.
Fazit
Die manuelle Installation braucht mehr Zeit als eine 1-Click-Lösung. Du musst dich mit FTP, Datenbanken und Server-Strukturen auseinandersetzen. Du kannst Fehler machen.
Aber du gewinnst etwas, das unbezahlbar ist: Verständnis für dein System.
Du weißt, wo deine Dateien liegen. Du verstehst, wie die Datenbank funktioniert. Du kannst in Krisensituationen selbst eingreifen. Du bist nicht abhängig von vorinstallierten Komponenten, deren Funktion du nicht kennst.
Wenn du deine erste WordPress-Website aufbaust, investiere die Zeit in die manuelle Installation. Folge dieser strukturierten Anleitung. Verstehe, warum jeder Schritt notwendig ist.


